Haydns musikalische Widmungen

Haydns musikalische Widmungen
Für Kaiser, König, Edelmann...

Sonderausstellung | 24. März - 12. November 2017

Der außerordentliche Ruhm, den Joseph Haydn bereits zu Lebzeiten genoss, hat zwei wesentliche Gründe: Erstens die musikalische Qualität seiner Kompositionen und zweitens die Verbreitung seiner Werke, um die er sich - in Form von Widmungen und Zueignungen an potentielle KundInnen - großteils persönlich kümmerte.

Widmungen im eigentlichen Sinn treten bei Haydn ab dem Zeitpunkt auf, an dem er sich neben seinen dienstlichen Verpflichtungen verstärkt dem freien Markt zuwandte. Obwohl die Widmungen bei den gedruckten Werken meist von den Musikverlagen durchgeführt wurden, ging die Initiative dafür vom Komponisten aus. Eine Widmung auf einem gedruckten Titelblatt ist gleichsam eine öffentliche Information und hatte daher mehr Gewicht als eine „autographe Dedication“, also eine handschriftliche Widmung, des Komponisten selbst, da erstere ein breiteres Publikum erreicht.

Die WidmungsträgerInnen lassen sich thematisch in drei Gruppen einteilen: erstens Widmungen Haydns an Bürger, Musiker und Aristokraten, besonders im Umkreis seiner Wirkungsstätte am Hofe der Fürsten Esterházy. Zweitens Widmungsträger in London und Paris und drittens gekrönte Häupter Europas.

Alle Widmungen spiegeln die persönliche Beziehung des Komponisten zur jeweiligen Person wider und repräsentieren auf diese Weise seine Ehrerbietung und Wertschätzung derjenigen gegenüber. Die Ausstellung zeigt vor allem die Titelblätter mit den Zueignungen, Porträts und Büsten der WidmungsträgerInnen und – symbolisch - die dafür erhaltenen Geschenke wie z.B. wertvolle Tabatieres oder Goldmünzen. Auf einer großflächigen Europakarte werden die WidmungsträgerInnen grafisch aufgezeigt, um die weite Verbreitung von Haydns Werken bereits zu seinen Lebzeiten zu veranschaulichen. 

Kurator
Dr. Martin Czernin

Ausstellungsgestaltung
Gerhard Veigel